Investieren, gleichzeitig Geld sparen und dabei noch etwas für die Umwelt tun

Durch die Investition von 550.000 Euro in den Bau eines Blockheizkraftwerkes wird die Marienhausklinik Ottweiler langfristig eine Menge Geld einsparen und dabei zugleich etwas für den Umweltschutz tun.

Der riesige, mit Erdgas betriebene Motor ist das Kernstück des Blockheiz-kraftwerkes und der gesamten neuen Heizungsanlage. Unser Bild zeigt Uwe Meiser, stellvertretender Kaufmännischer Direktor, Eckart Müller, Technischer Leiter, Armin Bonischo, stellvertretender Technischer Leiter der Marienhausklinik Ottweiler und Projektleiter Marco Jung vom Facility-Management bei der Vorstellung des Projektes.

22.08.2017

Ottweiler. Bereits Ende 2015 wurde in der Marienhausklinik Ottweiler die Problematik einer Teilsanierung der Heizungsanlage/Heizungsverteilung akut: Bei Ausfall der Steuerung der noch aus den 1980er-Jahren stammen-den Anlage „hätten wir kaum mehr Ersatzteile bekommen“, benennt der stellvertretende Technische Leiter der Einrichtung, Armin Bonischo das Dilemma, mit welchem sich die Einrichtung konfrontiert sah. So entschieden sich Ende 2015 die Geschäftsführung und das Krankhaus-Direktorium zur Teilsanierung der bestehenden Anlage.

Professionelle Unterstützung bei der Entwicklung eines kostengünstigen und zugleich spezifisch auf die Gegebenheiten und Anforderungen der Marienhausklinik Ottweiler zugeschnittenen Konzeptes erhielt die Einrichtung durch das Facility-Managements der Marienhaus Dienstleistungen GmbH, das über ein sogenanntes Energie-Kompetenzteam verfügt: „Die individuel-le Beratung von Einrichtungen hinsichtlich einer möglichst effizienten Energienutzung ist unser Hauptbestreben“, so Marco Jung, Projektleiter des Facility-Managements und zugleich leitender Mitarbeiter des Energie-Kompetenzteams, welches die Einbindung des Blockheizkraftwerkes in die bestehende Heizungsanlage plante und die Umsetzung steuerte.
Nach etwas mehr als einem Jahr Vorbereitungs- und Bauzeit wurde das Blockheizkraftwerk (BHKW) Ende des letzten Jahres in Betrieb genommen. „Es mussten nur wenige kleinere Nachbesserungen durchgeführt werden, so dass die neue Anlage inzwischen ihre Aufgabe voll und ganz erfüllt“, berichtet Marco Jung nicht ohne Stolz. Die Funktionsweise des Blockheizkraftwerks ist vergleichbar mit der eines überdimensionierten Lkw-Motors, der mit Erdgas angetrieben wird und gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt.
Zu Beginn der Baumaßnahme im Juni 2016 wurde zunächst die veraltete Heizverteilung saniert, da diese Dreh- und Angelpunkt der gesamten Wärmeverteilung in der Einrichtung ist. Es wurden hocheffiziente Pumpen eingebaut und ein hydraulischer Abgleich aller vorhandenen Heizstränge durchgeführt.
Im Zuge der Teilsanierung erfolgte auch ein Austausch der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. Da bei der Trinkwasserversorgung des Hauses ebenfalls Handlungsbedarf bestand, wurde zudem eine neue Trinkwasser-Erwärmungsanlage installiert. Dies alles geschah während des laufenden Betriebes!

Die Investition von rund 550.000 Euro in die Optimierung der Energieeffizienz wird sich in gut 3 ½ Jahren amortisiert haben, so die Prognose von Marco Jung. Das BHKW produziert rund 920.000 kWh Strom pro Jahr und deckt damit derzeit ca. 61 Prozent des Strombedarfs der Marienhausklinik Ottweiler. Schon für 2017 wird angestrebt, dass durch das BHKW der gesamte Strom, den das Krankenhaus übers Jahr benötigt, selbst erzeugt wird – und darüber hinaus (bis zu 127%!). Der Strom, den das Haus nicht selbst braucht, wird ins Netz der Stadt Ottweiler eingespeist und natürlich vergütet.

So spart die Marienhausklinik Ottweiler langfristig mit dem Blockheizkraftwerk Geld und engagiert sich zugleich im Bereich des Umweltschutzes, denn durch das BHKW werden pro Jahr etwa 450 Tonnen CO2-Ausstoß vermieden.
Angesichts dieser Vielzahl an Vorteilen kann es nicht verwundern, dass die Installation von Blockheizkraftwerken in den Einrichtungen der Trägerschaft forciert wird.