Krankenhaus in Ottweiler trotz Warnstreikaufruf im Normalbetrieb

11.10.2017

Ottweiler. Am gestrigen Mittwoch hatte ver.di die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Marienhausklinik in Ottweiler zu einem Warnstreik zum Thema „Entlastung in der Pflege“ aufgerufen. Diesem Aufruf sind nur sehr wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (weniger als zwei Prozent) gefolgt. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten im Regelbetrieb war ohne Einschränkungen gewährleistet.

Da die Marienhausklinik Ottweiler ein Krankenhaus in kirchlicher Trägerschaft ist, ist ein Streik nach Auffassung der Marienhaus Unternehmensgruppe, des Trägers des Ottweiler Krankenhauses, unzulässig. Denn kirchliche Einrichtungen folgen dem Dritten Weg. Folglich regelt die Arbeitsrechtliche Kommission die Gestaltung des kirchlichen Arbeitsrechtes, was Tarifverträge mit Gewerkschaften ausschließt.  Die berechtigten Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von den gewählten Mitarbeitervertretungen wahrgenommen.

Auch die Marienhaus Unternehmensgruppe ist der Auffassung, dass die Pflegekräfte entlastet werden müssen. Gespräche zu diesem Thema müssten aber auf Ebene der Politik geführt werden. Zu klären gilt es dort insbesondere die Frage der Finanzierung zusätzlicher Pflegekräfte.

Das Thema „Entlastung der Pflege“ muss nach den Worten von Dr. Heinz-Jürgen Scheid, dem Vorsitzenden des Vorstandes der Marienhaus Stiftung, vor allem auf der Bundesebene gelöst werden. Dies sollte ein wichtiges Thema bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen werden. Die Marienhaus Unternehmensgruppe wird sich gemeinsam mit den anderen Krankenhausträgern aktiv in diesen Prozess einbringen.